L A R S  W I G G E R T

PRESSE (AUSWAHL)






Die magische Faszination einer Zugreise

Lars Wiggert gehört zu den Insel-Malern, die im wahrsten Sinne des Wortes auf Sylt zu Hause sind. Der 1966 in Westerland geborene Künstler lebt heute in Hamburg. Von dort führen ihn seine Sehnsucht und seine Mal-Aktiviäten regelmäßig auf die Insel. Der Weg vom Hamburger Hafen an die Nordsee ist für ihn eine Bilderreise, eine stete Herausforderung, das Gesehene, "die Welten und Weiten" festzuhalten. Die Flüchtigkeit des Augenblicks reizt ihn dabei besonders. So war es nur eine Frage der Zeit, wann sich Wiggert den "Vorbei-Fahrt-Bildern" als Thema für eine neue Serie von Gemälden annehmen würde. 

Blick vom Altonaer Balkon auf die Elbe und den Köhlbrand

Im vergangenen Jahr begann der Maler die Impressionen von Landschaften, Gehöften und Gewässern, die in ihm auf der dreistündigen Zugfahrt oft das Gefühl aufkommen ließen, "den fahrenden Zug anhalten zu wollen", mit der Kamera festzuhalten. In seinem Atelier wurden die Fotografien zur Grund-, nicht aber zur Vorlage seiner Ölbilder, deren Reiz in einer fast flächigen Räumlichkeit liegt. Wiggert verleiht seinen Motiven oft etwas Magisches.

Peter Schnittgard, Bürgervorsteher der Gemeinde Sylt, fragte in seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung, "was ist es, was unsere Inseln, Halligen und die Nordseeküste so faszinierend macht? Der unverwechselbare Himmel, das Spiel der weißen Wolken im blauen Licht des Himmels? Der Seewind, das Wattenmeer, die Deiche und Dünen, die Marschwiesen, die Geest, die Brandung...? Oder sind es die typischen Zeichen, die die Westwinde, die Stürme hinterlassen?" Wiggerts Gemälde antworten darauf: Es ist das packend Geheimnisvolle dieser einmaligen Natur.

Michael Stitz
Sylter Nachrichten,
06.6.2014

 

 

Bilder wie aus einem Gedicht

Ohne Zweifel: Der Dichter Joseph von Eichendorff hätte an dieser Ausstellung mit Werken des Malers Lars Wiggert, die derzeit in Westerlands Stadtgalerie "Alte Post" zu sehen ist, seine helle Freude gehabt. Zwar wäre der große Dichter der Romantik zu seiner Zeit in eine Postkutsche gestiegen, um von Hamburg nach Nordfriesland zu gelangen. Wiggert dagegen ließ sich bequem und zügig mit der Marschbahn von seiner (Wahl-)Heimat Hamburg zum Geburtsort Sylt kutschieren. Und genau über diese Reise erzählen die Bilder, der er mit der Thematik "Hamburg-Westerland: Die Landschaften einer Zugreise" einen neugierig machenden Rahmen verlieh. "Ach, wer da mitreisen könnte," seufzte Eichendorff einst, als er das Signal einer nahenden Postkutsche vernahm. Es galt, in die Ferne zu schweifen und das Alte und Vertraute hinter sich zu lassen.

 

Abendhimmel über der Wilstermarsch

 

 

 

 

 

 

 

 



Wiggert dagegen sieht sich vor der Abfahrt erst einmal um, bevor er eine Fahrkarte löst und einsteigt. Sein "Blick auf die Elbe und Dock 10" nimmt ebenso farbendüster und verklärt Abschied von Hamburg wie der "Blick vom Altonaer Balkon auf die Elbe und den Köhlbrand". Man scheint das Donnern der Autos, das Tuten des Nebelhorns oder das Scheppern der Dampfer aus den Bildern beinahe heraus zu hören. Dann aber geht es nordwärts. Der Ausstellungsbesucher wird nicht nur mit auf die Reise genommen, sondern in die knapp 60 Werke umfassende Bilder-Reisewelt geradezu mit einbezogen. Wie oft haben Sylter und Inselbesucher diese Reise in beide Richtungen wohl bereits unternommen? Angetreten voll freudiger Hoffnung auf Urlaub und Erholung. Oder mit Bedrückung und gespannter Erwartung, weil wichtige Termine und Entscheidungen anstanden? Verirrte und verlor sich da nicht unterwegs der Blick aus dem Zugfenster oft ziellos in der Landschaft, die draußen unaufhaltsam vorbei eilte? Da nahm man wahr, was man glaubte, schon immer und schon längst wahrgenommen und erfasst zu haben. Und sah doch nichts! Denn die Gedanken waren ganz woanders und blockierten das Sehen. 

 

Lars Wiggert aber will uns mit den Bildern seiner Zugreise wieder das Sehen lehren. Es ist auch eigentlich kein Sehen mehr, vielmehr ein Schauen. Ein Schauen, das Vordergründiges entlarvt, als das, was es ist: lediglich Vordergrund. Wiggert macht mit seinen Bildern das Eigentliche, das Wesenhafte der Landschaft sichtbar: in ihrer Vielfalt, aber auch in ihrer meditativen Strahlkraft. Szenerien aus Dörfern und Landstrichen zeigen sich, in Öl auf Leinwand oder auf Papier gebannt, in nie oder kaum wahr genommener Eindringlichkeit. Gar Dramatik. Etwa im "Wintertag bei Langenhorn", in dem das ansonsten verschlafene Dörfchen zu einem blau-weißen Wechselspiel zwischen Himmel und Erde, Häusern und Wolken mutiert. Oder der stimmungsvolle Blick von der Hochbrücke auf den NOK", der die "eingefangene wunderschöne Stimmung" mit den "Farben, die das Herz berühren" (so Einträge im Gästebuch) zum affektiven Erlebnis werden lässt.  

Klaus Lorkowski
HALLO SYLT, 14.6.2014 

 

 Bilder, die "Fernwehfeuer" entfachen
 

Welch ein passender Rahmen für die Ausstellung "Vom entgrenzten Blick" des Sylter Malers Lars Wiggert. Insgesamt 41 Aquarelle und Ölbilder, vornehmlich im Frühjahr 2013 entstanden, sind gegenwärtig im oberen Rundgang des Westerländer Sparkassengebäudes zu sehen. Sie präsentieren sich in einer lichten und weitläufigen Räumlichkeit, die nicht passender für diese Ausstellungsthematik hätte gewählt werden können.
 

 

Frauke Zucker hieß den Künstler und eine ansehnliche Besucherschar am Montagabend als Vertreterin der Nord-Ostsee Sparkasse willkommen. Und drückte ihre Freude darüber aus, Wiggerts Bilder hier zeigen zu dürfen, "denn wir geben der Kunst gerne einen Raum." Elke Harms, Ehrenvorsitzende der Sylter Kunstfreunde und dem Künstler seit Kindertagen verbunden (sie ermöglichte ihm vor 16 Jahren seine erste Ausstellung), stellte mit Blick auf die neuen Werke eine malerische Weiterentwicklung fest, die sich insbesondere durch intensivere Farbgebung und damit einher gehender Ausdrucksstärke verdeutlichte. Das mag mit Blick auf den Ausstellungstitel vor allem thematisch begründet sein. Weite, menschenleere Strände, pittoreske Dünenformationen vor weitem Horizont, geballte Wolkenbänke, entgrenzte Wiesenflächen und sich in der Unendlichkeit verlierende Meereswogen bestimmen Wiggerts Bilder. Sie alle sind Ausdruck einer Faszination und damit verbunden einer besonderen Rezeption von Landschaft, wie sie Wiggert insbesondere im norddeutschen Raum und auf Sylt empfand und künstlerisch verarbeitete. Lars Wiggert brachte genau diesen Gedanken bei seiner Begrüßung zum Ausdruck: die Naturerlebnisse, die ihn seit Kindestagen nicht nur begleiten, sondern seine Malerei geradezu "befeuern". Selbst von Erfahrungen mit dem zusammen wachsenden Europa ohne Grenzzäune spannte er den Bogen hin zum "entgrenzten Blick" in seinen Bildern.
  

Gäste der Vernissage in der Nord-Ostsee Sparkasse auf Sylt: Ute Wiggert, Gerlinde Röth, Cosmea Sprotte


Ist es da verwunderlich, dass einem beim Rundgang durch die Ausstellung ein altes Lied nicht aus dem Sinn gehen will? Das sich mit seiner Aussagekraft den Bildern Wiggerts immer wieder aufs Neue zugesellen will, weil es von der "Weite, die grenzenlos in sich das Leben erschließt" ebenso singt wie vom "Fernwehfeuer, das dahinten lässt, was schwer ist und hemmt". Und von einem Leben träumt, "das bunt ist wie Helgolands Stein". Dazu wollen die Bilder Lars Wiggerts dieses Mal (wohl auch) einladen. Sich dem Blick in die entgrenzte Weite in Muße und Bereitschaft zu stellen, mag der erste Schritt sein, um vom "Fernwehfeuer" gepackt zu werden. Nur Mut also... 

Klaus Lorkowski: Bilder, die "Fernwehfeuer" entfachen:
Sylter Nachrichten,
19.6.2013

                       

Einzelausstellungen (Auswahl)

 

Stadtgalerie "Alte Post", Westerland

Literaturhaus Schleswig-Holstein, Kiel 

Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein, Kiel

Goethe-Institut, Hamburg

M. M. Warburg Bank, Hamburg

ZDF-Landesstudio Hamburg

Landgericht, Kiel

Freilichtmuseum Molfsee - Landesmuseum für Volkskunde

Wirtschaftsministerium, Kiel

Hanse-Office, Brüssel

Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg

Nord-Ostsee Sparkasse, Westerland

Landeshaus Schleswig-Holstein, Kiel

Helmut-Schmidt-Bibliothek Hamburg

Elbschloss Residenz, Hamburg

Nordsee Akademie, Leck

Schloss vor Husum